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Ostern trotzdem

Kar- und Ostertage digital von Mittwoch 31.03. bis Ostersonntag 04.04.2021

„Seit wir denken können“, sagt Martha,  – „also mit ein und drei Jahren“, ergänzt Greta,  – „verbringen wir Ostern mit Familien auf dem Volkersberg“, erzählen die Schwestern Greta und Martha, 13 und 16 Jahre, aus Laufach.  Ostern feiern in der Gemeinschaft, in der sie schon viele Freundinnen gewonnen haben, begeistert sie. „Ostern ist das Highlight für uns im Jahr, die Gemeinschaft und die Gottesdienste zusammen zu erleben“. Das war in diesem Jahr natürlich ganz anders, diese Tage nicht mit den Freunden und Freundinnen erleben zu können. Für Marijan, 12 Jahre aus Würzburg, war es ein Experiment wie das digital gehen kann, nachdem auch er schon mehrmals Kar- und Ostertage am Volkersberg erlebte.

Seit 40 Jahren veranstaltet Kolping auf dem Volkersberg Kar- und Ostertage für Familien und Jugendliche, seit 2009 mit einer weiteren Veranstaltung auch für Paare und Singles, meist in Himmelspforten. Seit zwei Jahren kooperieren hierfür Kolping und die Ehe- und Familienseelsorge im Bistum Würzburg, Familienseelsorger Pastoralreferent Walter Lang, Gemeindereferentin Dagmar Schnös und Kolping-Bildungsreferent Peter Langer zusammen mit einem Team weiterer Referent/innen.

Nachdem 2020 durch den plötzlichen Lockdown vor Ostern die Kar- und Ostertage ausfallen mussten, entschied sich das siebenköpfige Vorbereitungsteam mit den weiteren Referent*innen Agnes Franz, Sabine Nebl, Domenikus Wolfschmitt und Laura Weis in diesem Jahr ein online-Angebot zu starten.

In den vergangenen zweieinhalb Monaten erarbeiten sie in mehreren online-Treffen unter dem Motto „Ostern – Trotzdem“ ein inhaltlich vielseitiges und methodisch abwechslungsreiches Programm: Bibelarbeit in Form von Sketchbible und Ostergarten,  mit Körperausdruck und Darstellung, ganzheitliches Arbeiten mit persönlichen Leiderfahrungen, Theologisieren und Philosophieren,  einem Kreuzweg per Audio-Guide über Handy oder auch der Erstellung einer „Löffelliste“: Was wäre für mich wichtig, wenn heute mein letzter Tag wäre?, sowie Austausch und Gespräche in kleinen virtuellen Gruppen. Die Kinder beschäftigten sich in den drei Tagen zu den Themen Gemeinschaft, Wandel und Veränderung sowie Hoffnung. Die Kindergruppenleitung hatte sich dazu biblische Erzählungen oder Fabeln ausgesucht wie z. B. die Geschichte „Die kleine Schraube“ oder vom „Wandel des Schmetterlings“ denen kreative Arbeiten folgten und die Themen ergänzten und vertieften.

Alle Teilnehmenden bekamen für jede Hausgemeinschaft im Vorfeld ein kleines Paket zugesandt, das alle erforderlichen Vorlagen, Bastelmaterialien, eine weiße Kerze mit Wachsplatten zum Verzieren der Osterkerze u. a. enthielt.

Die Veranstaltung fand auf dem „Kolping-Campus“, der virtuellen Bildungsplattform der Kolping-Akademie Würzburg, statt. Hier waren „Räume“ eingerichtet für ein Plenum, für Begegnung zwischendurch, und eine Vielzahl von Workshop-Bereichen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Eine Galerie ermöglichte, dass jede*r seine Bilder von gebastelten Sachen und Bildern aus der Familie sowie Videos, die in den Gruppen entstanden, einstellen konnte. Selbst für Materialien die zusätzlich noch nötig waren und Anleitungen, z. B. Erstellen von Freundschaftsbändchen,  war hier Platz.  Damit die Teilnehmenden mit der Arbeit auf diesem Campus vertraut wurden, gab es für alle ein Extra-Treffen vorab um bei einem Technik-Check eine Einführung in diese Bildungsplattform zu erhalten.

Die Gottesdienste dieser Tage von Gründonnerstag bis zur Osternacht erlebten die 45 Teilnehmenden und das Leitungsteam über den livestream der Jugendkirche Kana aus Wiesbaden im Bistum Limburg. Dort wurden die Gottesdienste um den dortigen Jugendpfarrer mit einem Team von jungen Erwachsenen, textlich, musikalisch, emotional und lebensnah mit thematischen Kurzvideos sowie Gesprächen familiengerecht für alle gestaltet.  Vor jedem Gottesdienst gab es thematische Einführungen durch das Leitungsteam der Kar- und Ostertage im Plenum, auch jeder Tag begann und endete mit spirituellen Impulsen. Und war ein Lied angesagt, wurde es „hochgeladen“, der Text in den virtuellen Raum gestellt, abgespielt und jede*r konnte mitsingen – selbst ohne Maske - .

Es war ein spannendes Unternehmen, nicht nur während der Vorbereitung, sondern insbesondere in der Durchführung – für Teilnehmende wie für die Leitung. – Und es war erfolgreich.  Es war die beste Alternative und gab die Möglichkeit, die Kar- und Ostertage doch gemeinschaftlich und nicht einsam und allein zu Hause verbringen zu müssen. Das zeigte am Ostersonntag die Reflexion. Würde es noch einmal nötig sein, die Kar- und Ostertage online zu gestalten, würden 75 % auf jeden Fall wieder dabei sein, 25 % müssten es sich noch überlegen, doch keine*r meinte, er würde unter allen Umständen nicht mehr dabei sein. Aber alle freuen sich, wenn 2022 wieder in Präsenz Ostern möglich ist: dann natürlich wie immer auf dem Volkersberg.

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